Cedar Point – Photostory

Obwohl es erst sechs Uhr am morgen ist, leuchtet der Himmel. In den eigentlich typisch norddeutschen Grautönen spiegelt sich sinnbildlich meine Müdigkeit wieder.

Neben mir sitzt Heather, die angeboten hat, mich heute morgen zu Ethans Haus zu bringen, von wo aus ich mit meinen Freunden in mein heutiges Abenteuer starten werde. Wir fahren also raus aus dem ländlichen Kimball und rein in die Stadt. Port Hurons vierspuriger Autobahnzubringer bringt uns an diesem Sonntagmorgen nur wenig liebe entgegen.

Angekommen erkenne ich die Silhouetten von Jeremiah, der mit einem Handschlag Ethan begrüßt, der noch halb im Türrahmen steht. Wenig später treffen auch Cele und Emilia ein. Wir sind vollzählig und setzen uns in den großen beigen Van von Ethans Mutter, die schnell losfährt – uns liegt ein lange Weg bevor. Wir fahren zu Cedar Point, einem Freizeitpark in Ohio!

Inzwischen sind wir so einige Achterbahnen gefahren, da wird es Zeit, sich eine kleine Auszeit zu nehmen. Während Ethans Mutter uns etwas zu essen besorgt, beobachte ich zwei Vögel, die sich auf einer Backsteinmauer hinter mir niedergelassen haben. Ich schaue um mich herum und stelle zum ersten Mal fest, das der Himmel jetzt völlig Wolkenlos ist

Wir haben Zeit, den blauen Himmel auszunutzen und machen ein paar Bilder. Titanic-artig stelle ich mich auf die Backsteinmauer. Wir lachen.

Das Ende des Tages nähert sich und wir haben die meisten der großen Achterbahnen hinter uns, doch uns fehlen noch ein paar Wasserbahnen. Kurz vor Ende des Tages kommen wir also auf die großartige Idee, ins Raft zu steigen. Wasser, wir kommen!

Es wird Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Auf dem Weg nach draußen halte ich den glühenden Abendhimmel fest, der magisch durch die Achterbahnen scheint.


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The Wizard of Oz 2/2

Bevor sich der Vorhang heute ein zweites mal auftut, helfe ich, unter anderem das große gelbe Haus von der Bühne, in die kleine Werkstatt zu schieben, die durch ein hohes Tor von der Hauptbühne abgetrennt ist. Dafür schieben wir nun ein anderes Stück der Kulisse auf die Bühne. Von der Decke sehe ich ein großes, grünes, hölzernes Tor herunter kommen.

Alle „Ozians“, darunter auch ich, bringen uns in Position hinter dem grünen Tor, das soeben noch von der Decke baumelte. Inzwischen habe ich mir mein grün kariertes Jacket übergeworfen. Das Orchester setzt an und der Vorhang hebt sich. Insgesamt war die Pause zwischen Akt eins und zwei nur zehn Minuten lang.

Unsere Helden Löwe, Dorothy, Tinman und Vogelscheuche befinden sich vor den Toren der Stadt aus Smaragden. Unerschrocken klopft Dorothy an. Mürrisch schaut der Wächter (Jeremiah) durch das kleine Fenster in der Tür.

Unsere Helden versammeln sich wieder auf der Bühne, um endlich den Zauberer zu sehen!

Nach einem kleinen Dialog beschliesst der Wächter die Fremdlinge in die Stadt zu lassen und stellt ihnen die Stadt in Oz mit ihren Einwohnern, den Ozians, vor. Die Ozians leben ihr bestes Leben, genießen den Jubel und Trubel der grünen Stadt. Angezogen sind sie fein in Jacket, Hemd und guten Hosen, die Mädchen tragen Kleider.

„We get up at twelve and start to work at one, take an hour for lunch and then at two we’re done.“

– Ozians in „Mary old land of Oz“

Im Song „Mary old Land of Oz“ singen die grünen Einwohner nicht nur von ihrem Tagesablauf, sondern verpassen den Charakteren auch eine Aufhübschung durch die „Beauticians“, die aufgeregt Zöpfe binden, Krallen schneiden, ölen und Stroh aufstocken.

Ich bin Teil einer kleinen Tanzgruppe, die für einen Augenblick ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer zaubert.

Das laute, geschriene Lachen der Hexe unterbricht unseren Tanz, gerade als wir zu einer Endpose ausholen. Es wird neblig im Saal. Die böse Hexe lacht noch einmal, die Ozians zucken zusammen. „Dorothy, gib auf!“, schreibt sie in den Nebel. Fast ein wenig panisch fangen wir an, von der Bühne zu rennen, doch der Wächter beruhigt uns schnell. „Alles ist unter Kontrolle, der große Zauberer von Oz hat alles im Griff, ihr könnt alle nach Hause gehen.“ Alle verlassen die Bühne, bis auf Löwe, Tinman, Vogelscheuche und Dorothy. Liebend gerne würde Dorothy nach Hause, doch nur der Zauberer kann helfen…

Während Löwe in seinem Solo „König des Waldes“ bekundet, was für einen Mut er gefunden hat, um jetzt vor den großen Zauberer zu treten, schaut der Wächter mürrisch von der Seite. Erst als nach dem Lied klar ist, wie hoffnungslos die Situation von Dorothy doch ist, entschließt er sich, zu helfen. „Ich werde euch schon irgendwie zum Zauberer bringen…“

Der mächtige Zauberer versteckt sich hinter dem Vorhang, in der „Kammer des Zauberers“.

Ehe sich die Protagonisten versehen, inzwischen haben sie eine weitere Runde im Theatersaal gedreht, führt der Wächter sie zum mysteriösen Zauberer, der sich hinter einem grünen Vorhang verbirgt. Mit mächtiger Stimme fängt er an, einschüchternd erst Vogelscheuche anzugreifen, dann Tinman und schließlich Löwe, der in seiner Ängstlichkeit schlicht zu Boden fällt. Das Publikum lacht. Mutig fordert Dorothy den Zauberer jedoch auf, ihr zu helfen, bevor die Hexe ihr zuvorkommt, die immer noch hinter ihren roten Schuhen her ist. Der Zauberer willigt ein, aber unter einer Bedingung: Er will den Besenstiel der Hexe! Frustriert verlassen die Vier den Raum des Zauberers.

All dies verfolgen wir auf dem kleinen Fernseher, der in der Umkleide angebracht ist und, zwar verschwommen, aber erkennbar, das Geschehen auf der Bühne wiedergibt. Die Jungs, die vorher Ozians waren, darunter auch ich, schlüpfen jetzt in ihre nächstes Kostüm. Wer vorher Ozian war wird jetzt zum „Winkie“. Winkies waren einmal Ozians, doch wurden von der bösen Hexe verzaubert und haben nun all ihre Farbe verloren. Ich werfe mir also ein graues Oberteil über und ziehe die kurze, graue Hose an, die schon bereit auf meinem Platz in der Umkleide liegt.

Während unsere Helden noch einmal vom Wächter durch das grüne Tor begleitet werden, wird das Schloss der Hexe auf die Bühne gerollt. Als der Vorhang sich öffnet sitzt sie entspannt auf der Kante und zupft an einem Gänseblümchen.

„I hate her, I hate her not, I hate her, I hate her not…“

– The Wicked Witch of the West

Die Winkies, darunter auch ich, machen sich im Seitenflügel der Bühne bereit. Nachdem die Hexe zum Entschluss gekommen ist, dass sie Dorothy hasst, ruft sie laut: „Winkieeees!“ Wir, die Winkies marschieren im absoluten Gleichschritt auf die Bühne und stellen uns links und rechts der Hexe auf, die in zwischen in der Mitte der Bühne angekommen ist. Unter meinem Oberteil ist es heiß, und ich erwische mich kurz dabei, mir eine Schweißperle von der Stirn zu wischen.

Nicht lange verharren wir auf der Bühne, bloß der Winky General (Ethan) hat ein paar Worte mit ihr zu wechseln. Praktisch, denn von meiner Rolle als Winky habe ich nicht viel Zeit um in mein nächstes Kostüm zu schlüpfen.

Während ich mich also auf dem Weg zurück zur Umkleide befinde, betreten unsere vier Helden erneut den düsteren Wald. Diesmal treffen sie allerdings auf andere tanzende Kreaturen: Die Jitterbug.

Von der Hexe erschaffen tanzen die Jitterbugs wie wild ihren Tanz und breiten sich auf der ganzen Bühne aus. Dorothy, Vogelscheuche, Löwe und Tinman können einfach nicht aufhören zu tanzen, sie sind verzaubert! Der Zauber der Jitterbugs liegt schwer auf unseren vieren und sie fallen in einen tiefen, sehr tiefen Schlaf.

„Just be careful

of that rascal

Keep away from the Jitterbug!“

– The Wicked Witch of the West in the „Jitterbug Song“

Die Choreography dauert einige Minuten und das Publikum klatscht enthusiastisch. Inzwischen habe ich mich in Position gebracht für meinen nächsten Auftritt, denn nachdem unsere Helden vom gemeinen Zauber der Hexe eingeschläfert wurden kommen nun ganz andere Kreaturen und ärgern sie.

Die Fliegenden Affen kommen!

Wild wedle ich mit den Armen, als wir durch die Reihen kreuz und quer durch das Theater rennen. Nach einer Runde im Saal springe ich auf die Bühne und schmeiße Vogelscheuche durch die Luft. „Es tut mir so leid Adam!“, flüstere ich ihm betroffen auf der Bühne zu, als ich ihn zu Boden werfe.

Die anderen der fliegenden Affen nehmen sich jeweils auch einen der Charaktere zur Brust und Neico, der Affengeneral entführt Dorothy und nimmt sie mit in das Schloss der Hexe.

In der nächsten Szene sitzen die Affen wieder auf der Bühne, ich hocke am Rand des Orchestergrabens und setze ein diebisches Lächeln auf. Wir befinden uns im Schloss der Hexe und Dorothy liegt auf dem Boden. Ihre Augen öffnen sich.

Dorothy und die Affen schauen zur Hexe, die auf einem Turm in der Seite steht.

Nur umringt von Affen finden sich Dorothy und ihr Hund Toto wieder in einer grauen Festung mit nur einem Fenster. Nach einem kurzen Schlagabtausch mit der Hexe, die von der Seite auf ihrem Turm steht, gelingt es dem Hund allerdings zu fliehen. Genau richtig, denn Vogelscheuche, Tinman und Löwe sind bereits vor den Toren der Festung um Dorothy zu retten… Irgendwie…

Vogelscheuche fällt dazu ein ziemlich genialer Plan ein, um unbemerkt in das Schloss einzudringen.

„But first we need to get a hold on three Winky uniforms…“

– Scarecrow

Getarnt in den Uniformen der Winkies marschieren die Helden also in die Festung um Dorothy zu finden, doch in welchem der tausend Räume ist bloß Dorothy? Vogelscheuche, Tinman und Löwe haben eine Hilfe: Toto! Er bellt lautstark und leitet sie zu Dorothy, die inzwischen komplett allein ist in ihrem Raum.

Umzingelt von Winkies!

Gerade als die vier jedoch unbemerkt abhauen wollen, kommen die Winkies, und ich, zurück auf die Bühne. Dorothy und ihre neugewonnenen Freunde sind umzingelt! Sanft stupse ich den Löwen mit meinem Speer, er zuckt kurz.

Dorothy wird jedoch Held der Situation indem sie der bösen Hexe ein für alle mal ein Ende bereitet. Sie nimmt den Wassereimer neben der Hexe und kippt ihn über sie. Die Hexe schmilzt! Sie verschwindet immer weiter in der kleinen Anhörung, bis zuletzt nur noch ihr Kopf heraus schaut. Die Hexe ist tot!

Die Hexe schmilzt.

Jetzt bleibt nur noch, den Besenstiel der Hexe zum Zauberer zu bringen und ihn erneut um seine Hilfe zu bitten, doch als unsere Helden zurück im Raum des Zauberers sind, sträubt sich der mächtige Zauberer zuerst.

„Kommt zurück zur nächsten Sprechstunde, die ist in etwa 20 Jahren!“, lacht er mürrisch, als die vier den Saal betreten. Diesmal ist Dorothy jedoch nicht so verängstig und fordert den Zauberer auf, sein Versprechen einzuhalten. Schließlich haben sie die Hexe getötet und den Besenstiel hergebracht. Noch immer zeigt sich der mächtige Oz jedoch mürrisch, bis Vogelscheuche und Tinman beschließen, sich den Zauberer selbst anzusehen.

Tinman und Vogelscheuche öffnen den Vorhang der Kammer des Zauberers.

Zur Überraschung aller ist der Zauberer garnicht so groß und mächtig, wie er einst schien. „Du bist ja gar kein Zauberer, du bist ja gar nicht so groß und mächtig, wie wir uns es vorgestellt haben“, platzt es allen irgendwie heraus.

„I guess you’re right, I’m a humbug.“

– Oz

Der Gauner, der sich vor kurzem noch als Zauberer ausgegeben hat, muss allerdings auch zugeben, dass er den Helden nicht wirklich helfen kann. Aber muss er das überhaupt?

"Wird Mut nicht durch deine Taten, und nicht durch deine Einstellung bestimmt? 
Wird Intelligenz nicht durch deine Entscheidungen und nicht durch dein Gehirn bestimmt?
Und wird dein Herz nicht dadurch bestimmt, wie sehr du geliebt wirst und nicht durch deine Liebe?"

Jetzt bleibt nur noch Dorothy, die noch immer nicht nach Hause kann, doch Oz hat eine Idee. Ryder und ich sind in der nächsten Szene die ersten, die die Bühne betreten, denn wir rollen einen riesigen Ballon auf die Bühne. In der „Ballon-Szene“ versuchen Oz und Dorothy vergeblich, mit einem Heißluftballon zurück nach Kansas zu fliegen. Dorothy schafft es mit Toto jedoch nicht rechtzeitig an Bord und bleibt hoffnungslos am Boden zurück.

„I can’t stop it, I don’t know how it works! Goodbye folks!“

– Oz

Als Dorothy jedoch anfängt zu weinen und in die Arme von Vogelscheuche fällt, kommt noch einmal Glinda, die gute Hexe des Nordens in ihrem majestätischen Ring angeflogen. Sie erzählt Dorothy, das sie schon immer die Fähigkeit besaß, nach Hause zu gehen, schließlich hatte sie die magischen roten Schuhe an. „Warum ich es dir nicht früher gesagt hab‘? Du hättest es mir nicht geglaubt und musstest es für dich selbst herausfinden“, antwortet Glinda auf die angestellte Frage, die sich jeder verwirrte Kopf im Raum inzwischen gestellt hat. „Alles was du tun musst, ist deine Hacken drei mal zusammentippen zu lassen und dir zu denken ‚Zuhause ist es am schönsten'“.

Während Dorothy also die magischen Worte wiederholt gehen alle Bewohner des Landes Oz langsam in die Seitenflügel. Das Licht wird dunkler und schließlich ist es komplett schwarz. Man hört ein Rumpeln.

Dorothy sieht sich um. Neben ihr steht das gelbe Haus und der Zaun vom Anfang. Sie ist zurück in Kansas. Überglücklich fällt sie ihrer Familie in die Arme.

There is no place like home!


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Prom 2019

Meine Crocks quietschen, als ich an diesem frühen Nachmittag die Treppe herunter schlendere. Das Hellblau hebt sich ab von Rest meines navyblauen Anzugs ab, den ich mir für heute übergeworfen habe. Um den Hals trage ich eine rote Krawatte, doch zu meiner Krawatte später mehr.

Unten auf der Couch sitzen Heather, Paul und Grandma, die mich etwas ehrfürchtig anschauen, als ich am Ende der Treppenstufen angekommen bin. In meinem Anzug stehe ich sehr aufrecht da, fast etwas steif. Grandma setzt an und erzählt mir, wie gut ich doch aussehe, Heather stimmt nur zu. Wenig später stößt auch Christian dazu, der von oben aus seinem Zimmer auch majestätisch die Treppe herunter spaziert. Er trägt heute einen grauen Anzug mit weinroter Weste und Fliege. Damit will er natürlich so gut wie möglich das Kleid seines Dates, Rachel matchen, schließlich sollen beide auf Fotos heute nebeneinander gut aussehen. Der Grund dafür, dass Christian und ich, die normalerweise leidenschaftlich Jogginghosen tragen, uns in einen Anzug geworfen haben, steht schon seit Anfang des Schuljahres im Kalendar: Heute ist Prom!

Prom ist sowas wie der Abschlussball zum Ende eines jeden Schuljahres in Amerika. Meistens haben die Bälle verschiedene Themen und werden von dem Schulkomitee, einer Gruppe von Schülern, die sich um solche Angelegenheiten kümmert, veranstaltet. Wo in „Zurück in die Zukunft“, meiner Amerika-Referenz Nr. 1, das Thema Unterwasser Seezauber war, ist unser Thema heute verzauberter Wald, was sich allerdings in nichts widerspiegelt, was sich später herausstellen wird.

Inzwischen ist Austin, ein Freund von Christian bei uns angekommen und wir machen ein paar Bilder. Austin trägt einen komplett weißen Anzug mit einer goldenen Weste und goldener Fliege.

Jetzt, wo wir schon einmal fein angezogen sind machen Austins Mutter, Heather und Grandma dutzende von Bildern von uns allen in jeglichen Formen und Haltungen. Da beide Baseball spielen, muss natürlich auch ein Foto mit Baseball Handschuhen gemacht werden. Ich schleiche in Christians Zimmer und klaue mir einen Baseball Schläger um in das Bild zu passen. Heather drückt den Auslöser.

Wenig später kommt endlich Christians Date, Rachel, mit ihrer Mutter in einem silbernen Jeep auf unsere Auffahrt gebraust. Aufgeregt verlassen alle wieder das Haus, inzwischen waren wir wieder reingegangen, um mit ihr noch ein paar mehr Bilder zu schießen.

Überraschend holt Heather für uns ein paar Buchstaben aus der Küche.

„Wahrscheinlich finde ich das morgen alles auf Facebook wieder“, wirft mir Austin über die Schulter zu. Er sollte sich übrigens nicht irren. „Noch begeisterter als von Fotos von ihren Kindern sind die Amerikaner eigentlich nur von Football und Chicken Waffel Sandwiches…“, kontere ich hart. Zweihundert Fotos später verabschieden wir vier uns von unseren Eltern zuhause und machen uns endlich auf den Weg zum Prom.

Der Ball findet allerdings nicht etwa in unserer Schule, wie oft in High School Filmen suggeriert, in einer alten Bank, mitten im Stadtkern von Port Huron, direkt am Wasser und in Sichtweite von Kanada, statt. „Ich hätte nicht gedacht, das mein erster High School Prom in Sichtweite von Kanada stattfinden würde“, setze ich an, als wir in Christians blauem Pick Up auf den kleinen Parkplatz vor dem Ballsaal fahren. Ein paar blaue Fähnchen in Eimern markieren, wo der Parkplatz anfängt und trennt ihn von einem Stück Land daneben ab. Schnell hole ich mein Handy raus und schieße ein paar Fotos von uns, wie wir auf den Hintereingang der Location zusteuern. Ein paar Dutzend Schüler, einer feiner angezogen als der andere, warten bereits vor der kleinen Eingangstür. Auch hier mache ich schnell ein Foto, da ich heute nicht nur für meinen Blog berichte, sondern auch für unsere Schülerzeitung „The Lighthouse“, für die ich seit ein paar Wochen fleißig Artikel schreiben darf. Hier geht es zu den letzten Ausgaben der Zeitung.

Vor der Kulisse des Ballsaales und den alten Klinkerbauten des Stadtkerns drehen Emilia und James, auch Schreiber für „The Lighthouse“ schon ein paar pre-Interviews um sie später in einem Artikel verwenden zu können.

Viele meiner neugewonnenen Freunde aus der Schule sind heute hier, die ich inzwischen fröhlich begrüße. Alle sind aufgeregt, was gleich passieren wird, wann es endlich losgeht und was es eigentlich zu Essen gibt.

Um Punkt sechs Uhr wird die kleine Hintertür geöffnet, vor der wir uns schon sehnsüchtig aufreihen. Als ich durch den Türbogen spaziere blicke ich Mrs. Moran, meiner ehemaligen Mathelehrerin ins Gesicht, die mich mit einem Lächeln im Gesicht begrüßt. Mit einem kleinen Gerät scannt sie den QR-Code, den ich in meinem Wallet in meinem Handy gespeichert habe. Kurz durchlebe ich noch einmal ein Erlebnis vorletzten Sommers, als ich von meiner Schwester Tickets für ein Freundeskreis Konzert bekommen habe, die Internetseite aber, nunja, nicht durch überragende Seriosität in Erscheinung getreten war, wie man es sich vielleicht hätte vorstellen können. Das Gerät des Manns vom Security, der mein Ticket gescannt hat, schien den QR-Code einfach nicht lesen zu wollen. Dreißig Sekunden Panik später wurde der Code allerdings akzeptiert und wir wurden reingelassen. Nachdem ich nun auch hier reingelassen wurde, betreten wir einen schmalen Gang, der zum Ballsaal führt. Ich sehe ein bekanntes Gesicht.

Mr. Raney, mein Lehrer für Chor und Gitarre, lächelt mich an. Er steht im Gang und lotst die aufgeregten Schülermassen in Richtung des Saals. „Hübsche Krawatte – so schlicht rot, einfarbig“, spricht er mich an. Ich erwidere das Kompliment und spreche auf seine Krawatte an: „Ganz gleichfalls – so schlicht schwarz, passend zum Anzug.“ Um uns sehe ich verwirrte Augenpaare, die erstaunt auf die gelben Enten auf unseren Krawatten, und dann auf uns schauen. Mr. Raney und ich bezweifeln die Existenz von Badeenten. Warum wir das tun, und warum wir eigentlich beide gelbe Enten auf unseren Krawatten haben? Nebensächlich.

Die meisten Schüler haben schon an einem der unzähligen Tische im Saal platzgenommen, als Christian, Rachel, Austin und ich durch einen großen Eingangsbogen dazu stoßen. Der Saal ist einer der ältesten der Stadt, wurde aber gerade neu renoviert. Das angenehm warme Abendlicht, das durch die großen Fenster fällt, fiel hier einst auf eine Bank, dem ursprünglichen Verwendungszweck des Gebäudes. Heute ist das nur noch durch den großen Tresor zu erkennen, dessen große Tür noch sichtbar in der Wand hängt.

Neben uns vier sitzt unter anderem Jakob an unserem Tisch, der kurz nachdem wir uns alle gesetzt haben, die erste Entdeckung an seinem Glas auffindet. Es ist fast wie in einem Loriot Sketch.

Jacob findet Lippenstift an seinem Glass. Classic.

Während Jacob noch fassungslos auf sein Glas schaut, haben die meisten der Seniors schon platzgenommen im Saal. Eine Angestellte mit einem Klemmbrett fängt erst in der hintersten Ecke an, tischeweise die Schüler zum Buffet zu schicken. Wir schnaufen. Zwar sitzen wir etwa in der Mitte des Blockes von Tischen, trotzdem dauert es gefühlt eine Ewigkeit, bis wir aufgerufen werden, zum Buffet zu gehen. „Ich hoffe nur, es gibt Kartoffelpüree“, merkt Austin neben mir an.

Die Kellnerin mit Klemmbrett ruft noch einen weiteren Tisch zum Buffet, bevor sie sich endlich uns aushungernden Jugendlichen zuwendet und uns den Weg zum Essen freigibt. Austin sollte nicht enttäuscht werden, es gibt Kartoffelpüree! Er zieht ein breites grinsen auf, während er sich mit dem großen Löffel, der in der Schüssel hängt, reichlich von dem eigentlich so deutschen Essen auf den Teller schaufelt.

In den metallenen Schalen befindet sich neben dem Kartoffelpüree, in dem übrigens auch ein Hauch Knoblauch ist, unter anderem Nudeln mit mediterranem Gemüse, Pesto-Bruschetta Chicken und irgendetwas vom Rind. Dazu wurden kleine Brötchen und Salat mit Ranch Dressing gereicht. Nun mag ich sicherlich nicht der qualifizierteste Food Tester auf WordPress sein, sicherlich möchte ich mir allerdings eine Scheibe des Quotenkuchens abschneiden, weshalb nun eine Rezension der eben genannten Speisen folgt.

Brot – gut, Salat – gut, Nudeln – gut, Gemüse – gut, Chicken – gut,… okay, der Rest ist vielleicht selbsterschließend. Im Übrigen habe ich es immerhin geschafft, ein gut aussehendes Close Up Bild von meinem Essen zu schießen – In feinster Food Blogger Manier.

Nun fehlt nur noch ein Getränk, für das wir vier zur Bar gehen, die an der Rückwand des Saales platziert ist. Wir alle entscheiden für uns eine Strawberry Sprite, also Sprite mit einem Schuss Erdbeersyrup, das der Barkeeper aus einem langen Schlauch direkt in unser Glas leitet. Irgendwie cool.

Austin scharbt gerade das letzte Bisschen seines Kartoffelpürees von seinem Teller, als die ersten Tische zum Dessert übergehen. Neben dem großen Buffet stehen noch zwei weitere Tische, auf denen Brownies mit Vanilleschaum, etlichen Streuseln und Soßen Platz finden. Ich kann es mir nicht nehmen lassen auch ein Close Up von meinen Brownies mit reichlich Schokolade und Karamell zu erstellen.

Verführerisch schmilzt die Schokolade und das Karamell läuft den Brownie herunter, als ich mich wieder auf meinen Platz gesetzt habe. Traumhaft.

Jetzt wird es allerdings höchste Zeit, zu dem Punkt des Abends zu kommen, der sinnbildlich für Prom stehen sollte – Der Tanz!

Den Rest des Abends sollte noch ordentlich getanzt, gefeiert und Spaß gehabt werden, der DJ spielt also einen Kracher nach dem anderen und wir tanzen, tanzen und tanzen. Bis vor den großen Fenstern des Ballsaales die Sonne untergeht vergehen noch ein paar schöne Stunden mit meinen neugewonnenen Freunden!


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The Wizard of Oz 1/2

Es ist etwa kurz nach zwölf, als Alayna und ich auf den bunten Parkplatz unserer Highschool vorfahren. Viele der Parkplätze sind bemalt. Alaynas rotes Auto steht auf einer großen, gemalten Flagge. Ein Elternteil eines kleineren Mädchens hält uns beiden die große Schwingtür des gläsernen Vorbaus auf. Wo Alayna einen großen Koffer voller Make Up hinter sich herzieht halte ich nur einen kleinen Schuhbeutel in der Hand. Der ältere Frau scheint es nicht zu schnell zu gehen, sie zieht eine Flappe. Vor zehn Minuten noch saßen wir zusammen mit den anderen an einem der hölzernen Tische bei Cracker Barrel, einem „old country store“. Neben Schaukelstühlen, Gitarren und einem schwarz-weiß Portrait einer Dame, die unheimlich in die Kamera schaut schmausten wir Bacon und Pancakes.  

Inzwischen bin ich an der Umkleide angekommen. Erwartungsvoll reiße ich die Tür auf. Mit offenem Mund blicke ich zuerst einem großen Block an Kostümen entgegen, dann Jeremiah, Adam, Jack, Gavin, Avery, Ethan und Jayvon. Ich stoße den Jungs zu, die sich schon intensiv auf die Show vorbereiten. Inzwischen ist das Anziehen unserer Kostüme, das Auftragen des Make Up und das positionieren unserer Utensilien zur Routine geworden. Zu lauter Musik tanzen wir den „Crab Rave“. Obwohl dies bereits das vierte mal ist, das wir die komplette Show aufführen, merke ich langsam, dass meine Aufregung steigt. Es ist Zeit, sich in Richtung der Bühne aufzumachen, und den großen, roten Vorhang zu öffnen. Port Huron Highschool & Central Middle School präsentieren: „The Wizard of Oz“ 

Aus dem Orchestergraben tönt Musik. Wir befinden uns in Kansas. Die Gemüter der Einwohner dieser Gemeinde aus Farmern sind rau, die Mentalität südlich. „Uncle Henry“ (Avery) und „Aunt Em“(Lauren) betreten die Bühne. Beide beugen konzentriert über einem Korb und zählen. Etwas frustriert schauen sich beide kurz an, bis „Dorothy“(Alayna) auf die Bühne stürmt. In ihrer Hand ein Korb mit ihrem Hund „Toto“(Marty), der interessiert in den Korb schaut. Als das unschuldige Mädchen aus Kansas jedoch besorgt mit ihrer Familie reden will, bekommt sie nur Ablehnung.

„Dorothy, we’re trying to count…!“

– Uncle Henry

Genervt von ihrer Familie verlassen Dorothy und Toto schnell die Bühne und verschwinden Backstage. „Hunk“(Adam), „Hickory“(Gavin) und „Zeke“(Ethan/Jayvon) bringen einen großen Karren auf die Bühne. Ein Rad fehlt. Auch hier ist die Stimmung aufgeheizt. Lautstark fangen die Charaktere erst an, einander, dann Aunt Em anzubrüllen. Sie reagiert lässig und verteilt ein paar Kekse, um die Gemüter zu beruhigen.

Als nächstes führt „Mrs. Gulch“(Beyonce) mit einem alten, schwarzen, Damenfahrrad auf die Bühne. Sie sieht wütend aus. Ihr Problem: Toto. Dorothys kleiner Hund passt der alten Dame offensichtlich garnicht. „Was fällt dem Hund ihres Kindes ein, so laut zu sein!“, beschwert sie sich lautstark bei den Farmern. „Ich habe eine offizielle Beschwerde beim Sheriff eingereicht, also unternehmen sie etwas, oder der Hund muss beschlagnahmt werden!“.

Für Dorothy ist das ein Albtraum, sie muss Toto abgeben. Glücklicherweise gelingt es Toto, der alten Mrs. Gulch auszubüxen, und zurück zu Dorothy zu laufen, die den Hund nimmt, und beschließt, wegzulaufen. Ganz weit weg. Über den Regenbogen.

„Where trouble melts like lemon drops,
away above the chimney tops
that’s where you’ll find me.“

– Dorothy in „Somewhere over the Rainbow“

Mit Toto auf dem Arm trifft das junge Mädchen auf „Professor Marvel“(Jack), einem dubiosen Professor, der ihr einen Blick in die Zukunft gewährt.

Dorothy und Professor Marvel schauen auf Kansas, Dorothys zuhause.

Dorothy ist von dem Gesehenen verwirrt. Aunt Em scheint es nicht gut zu gehen und sie beschließt, dem kleinen Abenteuer ein Ende zu setzen und nach Hause zu gehen, doch ein Sturm zieht auf…

Als ich meine „queue line“ höre, beginne ich mich zu bewegen. Jetzt ist es für mich jedoch noch nicht Zeit, auf die Bühne zu gehen, erst habe ich eine andere Aufgabe. Schnell laufe ich durch den langen Gang vor dem Theater bis ich schließlich vor dem Chor-Raum ankomme und die Tür aufmache. Aus der Dunkelheit hier blicken mich etwa 30 fragende Augenpaare von Grundschülern an.

Die kleinsten Darsteller unseres Musicals sind fast an der Reihe, auf die Bühne zu gehen, also beginne ich, die Meute leise aus ihrem Warteraum zu lotsen. Kaitlyn hilft mir die Tür offen zu halten. Etwa 20 Grundschülertraben auf die Bühne hinter das Kulissenbild, das an langen Bändern an der Decke des Theaters festgemacht ist. Uncle Henry stürmt auf die Bühne…

„It’s a twister, it’s a twister!“

– Uncle Henry

Während ich die Grundschüler hinter ihren kleinen, angemalten Häusern aus Holz platziere und für etwas Ruhe sorge (alle sind natürlich aufgeregt) fängt das große, gelbe Haus an wild über die Bühne zu drehen. Ein Wirbelsturm. Dorothy, die verzweifelt in das Haus geflüchtet ist, schreit laut nach Hilfe. Niemand ihrer Familie kommt ihr jedoch zur Hilfe, alle sind schon im Schutzbunker.

Das Haus kommt zum stehen und das Kulissenbild wird gehoben. Dorothy öffnet die Tür des Hauses und findet sich an einem Ort wieder, den sie noch nie zuvor gesehen hat: Sie landet in Munchkinland.

Dorothy verlässt ihr Haus, das mitten im Munchkinland und auf der bösen Hexe des Ostens gelandet ist. Nur ihre Füße mit den roten Schuhen schauen noch unter dem Haus hervor.

Es dauert nicht lange bis „Glinda“(Hannah), die gute Hexe des Nordens, sie empfängt und schnell aufklärt, dass sich Dorothy jetzt nicht mehr in Kansas befindet. Doch das ist noch nicht alles. Wie es scheint ist das gelbe Haus genau auf die böse Hexe des Ostens gefallen und hat sie getötet – Ein Freudentag für alle Bewohner von Oz, die sich nun nicht mehr vor der Hexe fürchten müssen. Kurz danach kriechen alle kleinen Munchkins, die Grundschüler, die ich vorhin noch leise auf die Bühne begleitet habe, hinter ihren Häusern und Büschen hervor. Sie singen, tanzen und danken Dorothy, dass sie die böse Hexe getötet hat!

Verwundert schaut Dorothy um sich, als sie von Munchkins umringt wird.

Bald wird den Munchkins und auch Dorothy allerdings klar, dass eine Hexe zwar tot ist, es aber noch eine zweite gibt. Die böse Hexe des Westens (Shawnna) erscheint unter viel Nebel. Schnell bemerkt sie was der bösen Hexe des Ostens, ihrer Schwester, widerfahren ist.

„You dropped your house on my sister? How can anyone be so unbelievably clumsy?“

– The Wicked Witch of the West

Traurig scheint die böse Hexe jedoch nicht zu sein, denn nun kann sie einen Gegenstand ihrer Schwester haben, den sie schon immer begehrte… Die roten Schuhe! Bevor sie sich versieht hat sich Dorothy allerdings schon die glitzernden Schuhe angezogen. Die Hexe stöhnt laut, Dorothy schaut verwundert daher. „Die Schuhe kann ihr niemand abnehmen, so lang sie lebt!“, klärt Glinda, die gute Hexe, auf. Beide Hexen starren sich verfeindet an.

Während die böse Hexe also frustriert von der Bühne geht erklärt Glinda Dorothy, die doch eigentlich nur nach Hause möchte, dass sie ihr nicht wirklich helfen kann. Der einzige, bei dem Dorothy eine Chance hätte, wäre der mächtige Zauberer von Oz höchst persönlich. Der Weg dorthin ist jedoch gefährlich und lang. Tapfer und vielleicht etwas naiv macht sich das junge Mädchen auf den Weg…


Nach einer weile, Dorothy hat inzwischen eine Runde im Theater hinter sich, bleibt sie jedoch stehen. Vor ihr ist steht eine Vogelscheuche. „Wo es wohl lang geht?“, denkt sie laut vor sich hin. „Vielleicht da lang?“, tönt es aus der Leere, „Oder doch lieber da lang?“. Dorothy braucht eine Sekunde, bis sie bemerkt, das die Vogelscheuche (Adam) soeben zum Leben erwacht ist und mit dem einen Arm nach rechts und mit dem anderen nach links zeigt. „Einige Leute gehen auch in beide Richtungen…“, die Arme der Vogelscheuche kreuzen sich. Verwirrt fragt Dorothy warum die Scheuche sich nicht entscheiden kann. Die Antwort: „Ich habe kein Hirn, nur Stroh.“ Auf die Frage, warum die Vogelscheuche denn dann sprechen könnte, antwortet sie nur:

„I don’t know, but some people without brains do an awful lot of talking, don’t they?“

– Scarecrow
Dorothy, die Vogelscheuche und die Krähen.

Liebend gerne hätte die Vogelscheuche ein Gehirn. Nicht einmal die Krähen, die sich inzwischen lauthals auf dem kleinen Podest niedergelassen haben, auf dem vorher die Vogelscheuche saß, haben Angst vor ihr. In der Hoffnung, der Zauberer könnte der Vogelscheuche ein Gehirn, und Dorothy zurück nach Hause bringen, machen sich also beide auf den Weg.

Während die beiden noch eine Runde im Theatersaal drehen, wird auf der Bühne ein kleiner Wald aufgebaut. Dorothy ist hungrig, und sieht die glänzenden roten Äpfel, die von den Ästen der Bäume hängen. Doch als sie ausholt, um einen der Äpfel zu pflücken fängt der Baum sich an, zu bewegen. Beleidigt fangen die Bäume an, beide mit Äpfeln zu bewerfen. Der Saal lacht.

„Ölkanne…“, murmelt der verrostete Tinman leise. Dorothy und Vogelscheuche helfen.

Wenig später bleiben die beiden noch einmal stehen. Sie lernen „Tinman“ (Gavin) kennen, einen Mann aus Zinn. Einst war er ein fleißiger Holzfäller, doch die böse Hexe hat die Axt von Tinman verzaubert. Während er also eines Tages ahnungslos Holz fällen wollte, hat ihn seine eigene Axt in Stücke zerlegt. Schrecklich. Was Tinman seit jeher fehlt ist ein Herz. Ob der Zauberer von Oz wohl helfen kann?

Der Freundeskreis um Dorothy ist allerdings kurz davor, sich noch ein mal zu vergrößern, als sich die drei von dem helleren, fröhlichen, in den verzauberten Düsterwald begeben. Dort treffen sie den Löwen (Ethan/Jayvon), der sich auch der Clique anschließt. Als der Löwe hinter einem der dunklen Bäume hervorspringt, sind alle erst verängstigt, doch bald stellt sich heraus, dass er garnicht so gefährlich ist.

„Oh the Lord made me a Lion but forgot to make me brave!“

– Cowardly Lion

Was dem Löwen fehlt, ist Mut. Der Löwe hat Angst vor fast allem, er ist ein Feigling. Ob der große Zauberer von Oz ihm wohl eine Packung Mut spendiert?


Während alle von der Bühne gehen, lenkt die böse Hexe, die in einer kleinen Nische in der Wand steht, die Aufmerksamkeit auf sich. „Wie kann ich die vier aufhalten, bevor sie zum Zauberer gelangen?“, überlegt sie laut. „Ich brauche etwas liebliches, etwas mit Gift… Blumen! Mohnblumen werden sie zum Schlafen bringen!“ Das Spotlight auf der Hexe wird dunkler, und sie verschwindet mit einem lauten lachen.

Löwe, Tinman, Vogelscheuche und Dorothy treten wieder auf die Bühne und finden sich umgeben von den vielen Mohnblumen, die ein fast hypnotisches Schlaflied singen. „Ich könnte jetzt echt ein Nickerchen vertragen…“, fängt Löwe an. Einer nach dem anderen schlafen unsere Protagonisten ein – bis auf die Vogelscheuche und Tinman. Tinman weint verzweifelt und schreit nach Hilfe. Auch die Vogelscheuche fängt an, lauthals nach Hilfe zu schreien.

Zum Glück lässt Hilfe nicht lang auf sich warten und Glinda, die gute Hexe des Nordens erscheint.

Glinda lässt es schneien, und Löwe, Vogelscheuche, Tinman und Dorothy sehen die Stadt aus Smaragden.

Zwischen den Blumen wendet sie einen ihrer Zauber an: Sie lässt es schneien. Schnell sind die Blumen bedeckt und alle wieder wach. Und auch die ihr Ziel liegt jetzt vor Augen: Die Stadt aus Smaragden – Heimat des Zauberers von Oz.

„We’re off to see the wizard, the wonderful wizard of Oz!“

Der Vorhang schließt sich.


Wenn dir meine Nacherzählung der Geschichte gefallen hat, hinterlasse mir doch deine E-Mail Adresse um keine neuen Berichte mehr zu verpassen! Achso, und wann komme ich eigentlich auf die Bühne…?

Cherokee. Oder das, was davon übrig ist…

Nicht nur für atemberaubende Natur sind die Great Smoky Mountains bekannt, sondern auch für die lange Tradition und die Geschichte der Menschen hier. 

Schon immer hat es aus irgend einem Grund Menschen angezogen, die wohl menschenfeindlichsten Orte zu besiedeln, und so haben sich auch hier seit hunderten Jahren Menschen eine Lebensgrundlage geschaffen. Der Stamm der Cherokee lebte in Einklang mit der Natur, die sie umgab. Die Berge und Täler mit ihren klaren Bächen und Quellen gaben den Menschen des fast weltbekannten Indianerstamm eigentlich alles, was sie zum Leben brauchen, doch Anfang des 19. Jahrhunderts verändert sich für die Ureinwohner alles.  

„The First Settlers“ fingen an, das Land der einstigen Cherokee zu besiedeln. Rücksichtslos wird so im Geiz auf der Suche nach Gold die Umwelt und die Menschen ausgebeutet. Im Zuge des „Trail of Tears“ wurden die Cherokee umgesiedelt und aus ihrer Heimat zwangsabgeschoben, hinein in ein neues Territorium, heute Arkansas und Oklahoma, und später in die immer kleiner werdenden Reservate.  

Das erste, was mich auf die Stadt Cherokee heute aufmerksam macht, ist der Verweis eines Ortsschilds. Aus dem vernebelten Tennessee überqueren wir die Grenze nach North Carolina, wo es schnell klar und sonnig wird. Der Blick durch die Täler der Smoky Mountains, den uns die kurvige Bergstraße liefert, ist atemberaubend. Verzaubert sehe ich dem Nebel dabei zu, wie er langsam, wie ein Schleier, über die Berge hinwegzieht.  

Die Smoky Mountains machen ihren Namen alle Ehre.

Bevor wir überhaupt nach Cherokee fahren, machen wir jedoch an einem weiteren „Point of Interest“ halt. Vor den Toren der Stadt haben ein paar Historiker eine Mühle nachgebaut, die, so wie sie im Wald heute steht, der Lebensquell der ersten Siedler waren. Von indianischen Einflüssen ist keine Spur hier, die Mühle ist Symbolbild der technologisch fortgeschrittenen Siedler, die die kleinen Flüsse der Smoky Mountains geschickt nutzten.  

Das Wasser wird durch eine improvisierte Holzleitung geführt.

Dazu wird vom größeren Fluss ein Teil des Wassers oberhalb der Mühle vom eigentlichen Fluss abgetrennt. Mit einem kleinen Tor kann so die Menge an Wasser, die durch den hölzernen Weg geleitet wird, kontrolliert werden. Um die Mühle, die z.B. Korn zu Mehl mahlen kann, nicht zu beschädigen ist es wichtig, immer den richtigen Druck auf der Leitung zu haben. Gute hundert Meter sind die Flussmündung und die Mühle dabei auseinander, getrennt von dünnen, hohen Bäumen und Kirschlorbeer.  

Vom Hauptstrom wird ein wenig Wasser abgezweigt.

Dem Wasserlauf folgend gelangt man zu dem klobigen Holzhaus, dass ohne den Wasserzulauf auch genau so gut ein Wohnhaus hätte sein können. Das Mühlrad und der ganze Rest sind hinter der dunklen Holzfassade verborgen, die an einigen Stellen entweder von der Sonne, oder von unsanften Menschenhänden heller, fast grau, gebleicht ist.  

Wieder im Auto erreichen wir schnell die Stadt. Ein heruntergekommenes Schild heisst uns Willkommen in Englisch und Cherokee (ᏣᎳᎩ ᎦᏬᏂᎯᏍᏗ), der einstigen Sprache des Stammes. Cherokee wird heute nur noch vereinzelt hier und in den Teilen Arkansas und Oklahomas gesprochen, in denen noch Mitglieder des Stammes leben. „Diese Seite der Smokies ist touristisch bei weitem nicht so erschlossen, wie die Seite von Gatlinburg.“, erklärt Paul, „Das einzige hier sind ein paar Souvenirläden, die auch mit Gold und Waffen handeln. Und natürlich das Casino.“ Tatsächlich ist eines der ersten Dinge, die mir ins Auge fallen ein Gold- und Waffenladen.  

„Nicht gerade das, was man von einem ehemaligen Indianerdorf erwartet hätte“, merke ich schnell an. „Ja, das einzige, was von der indianischen Kultur hier noch übrig geblieben ist, ist ein historisches Dorf irgendwo vor der Stadt. Und das Casino.“, lacht Paul. Ich dachte immer, dass es ein Klischee wäre, doch tatsächlich ist hier nicht viel los, denke ich, während wir an einem verlassenen Motel vorbeifahren. Das Casino, das auch ein Hotel ist, lässt den kleineren Attraktionen, wie sie hier genannt werden, keine Chance. Dass das große Casino der Region hier mehr Zulauf gibt, wie man es eigentlich vermuten würde, ist nicht der Fall. Hier ist nichts. Das Casino, das zu groß ist, um es durch das Fenster unseres PickUps zu fotografieren, macht die Stadt aus. Allein. Drumherum sind bis auf die verzweifelten Souvenirläden bloss heruntergekommene Wohnwagen und Holzhäuser, die den Mitarbeitern im indianischen Casino ein Zuhause bieten.  

Das Casino: Zu groß, um es durch das kleine Autofenster zu fotografieren.

Ein paar Kilometer nördlich der Stadt befindet sich das „Oconaluftee Valley“, ein Tal in dem sich, so vermuten Historiker, die ersten Siedler niedergelassen haben. Wir biegen auf den Parkplatz des großen Visitor Centers ein. Überrascht bin ich davon, dass auch hier von dem verdrängten Indianerstamm der Cherokee keine Rede ist, ganz im Gegenteil. Ich betrete einen räum mit ein paar interaktiven Infotafel, die das Leben der ersten Siedler erklären und ein sehr einzigartiges Bild des Lebensstils der Menschen hier geben. Um das noch echter wirken zu lassen, wurden vor dem großen Gebäude ein Dorf aus alten Gebäuden der ersten Siedler des Tals zusammengebaut. Idyllisch am Fluss gelegen, der die Lebensader der romantisiert dargestellten Zivilisation war, hat jedes Haus seine Funktion. So gibt es zum Beispiel ein Teppichmacher-, Metzger- oder Schäferhaus. „Später, im Sommer leben hier auch echte Tiere, und das Leben im Dorf wird nachgestellt“, erzählt Paul begeistert. Tatsächlich erkenne ich im Schweinestall noch eine Karotte, die halb im schlammigen Boden versunken ist.  

Hölzerne Hütten, grüne Wiesen, reichhaltiger Fluss und Berge.

Einmal im Kreis führt der Weg durch das kleine Dorf am Fluss. Die ersten Siedler wussten, sich anzupassen. Auch ich passe mich jetzt wieder in den Rücksitz unseres Trucks an. Der weg zurück nach Gatlinburg, wo unser Ferienhaus steht, dauert etwa eine gute Stunde.  

Cherokee, eine Stadt der Kontraste, in dem Geschichte noch zu fühlen ist, lässt mich nachdenklich zurück. Ich kratze mich am Kopf und fange an, zu schreiben.  


Freue dich bald auf mehr zum Schicksal der Cherokee, eines Stammes, der Opfer einer Verschleppung durch eine Kultur war, die niemand kannte. Folge meinem Blog um nichts mehr zu verpassen!

Spruce Flats Falls

Majestätisch hebt sich die Sonne über die Smoky Mountains an diesem Sonntagmorgen. Von eben dieser Morgensonne, die durch die weiten Fenster unseres Ferienhauses scheint, werde ich sanft wachgekitzelt. Ein Gefühl von Glücklichkeit überkommt mich.  

Wenig später finde ich mich unten am Küchentisch wieder und esse ein Spiegelei mit Toast. Als ich genussvoll in meinen Toast beiße, zerläuft das Eigelb auf meinem Toast. Heather setzt an. „Heute gehen wir zu einem der Plätze, die noch ein wenig unentdeckt geblieben sind. Wir wandern zu einem Wasserfall“. Sofort bin ich dabei, obwohl ich auch keine großartig andere Chance habe. Als Waldkindergarten-Veteran bin ich für jedes Abenteuer, das Wald und Schlamm involviert, zu haben.  

Kurze Zeit später sitzen wir auch schon im Auto. Von unser steilen Auffahrt rückwärts auszuparken, ist eine Herausforderung, selbst für den erfahrenen Bergfahrer Paul, der unseren riesigen PickUp Truck nur mühsam um eine Kurve zieht. Der Name unser Straße „Bavarian Way“ kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich erinnert mich die Landschaft stark an die unzähligen Urlaube in den Alpen, die ich mit meinen Eltern verbringen durfte. Ein Blick aus dem Fenster gibt Sicht auf einen Berg, der sich genau wie unsere Straße seinen Weg durch die Berge bahnt. Noch ein wenig weiter führt uns die Straße durch die Berge, dem Fluss nach. Nach ein paar Minuten trennen sich jedoch die Wege des Flusses und der Straße. Wir folgen der Straße, den Fluss werden wir später beim Wasserfall wieder sehen.  

Unsere Straße führt uns direkt an einem Fluss entlang.

Unser schwarzer PickUp rollt auf die Auffahrt eines Besucherzentrums, am Fuß eines Berges, mitten im Wald. Das grüne Dach des Gebäudes hebt sich nicht sonderlich ab zwischen den Ästen des noch kargen Waldes. In ein paar Wochen, wenn die Bäume Blätter tragen, ist das Haus vermutlich nicht zu erkennen. Schräg hinter dem Haus beginnt ein kleiner Pfad, der schnell hinter einen Berg und steil bergauf führt. „Das ist unser Weg.“, lässt Paul verlauten. Heather schnauft. Tapfer treten wir an, und fangen an, einen Fuß vor den anderen zu setzen.  

Nicht lange dauert es, bis wir vom schmalen Pfad eine atemberaubende Aussicht auf die Flüsse, Berge und Schluchten der Smoky Mountains bekommen. Langsam macht die Steigung uns untrainierten Amerikanern ordentlich zu schaffen. Wir lassen uns Zeit, und helfen uns gegenseitig über die vielen kleinen Stolpersteine, die der Weg für uns bereit hält.  

Nicht daneben treten!

Auch über kleine Bächlein schaffen wir es, die den steilen Hang herunterfließen, in den auch der schmale Weg geschlagen ist. Zum Wasserfall ist es eine gute Meile (1,6km). Tatsächlich hatte Paul auch damit recht, dass der Weg relativ unbekannt ist. Nur ein paar Familien mit schweren Rucksäcken kommen uns entgegen. Eine Frau trägt ihr kleines Kind auf dem Rücken. Ich genieße die Ruhe, die nur von unseren Stimmen und dem Fluss ab und an unterbrochen wird. Es ist wundervoll, nach langer Zeit mal wieder etwas Zeit im Freien, in der Natur zu verbringen. Bis auf die wenigen Steine und Stämme, die als Stufen an einigen steilen Hängen dienen, ist unsere Umgebung nahezu unberührt.  

Paul bleibt auf ein mal stehen und hebt den Zeigefinger. Heather und ich schauen erst verwirrt, doch realisieren schnell, was Paul gerade verspürt hat. Ich höre ein leises Rauschen. Der Wasserfall! Wenige Minuten später biegen wir um eine letze Ecke und der majestätische Wasserfall eröffnet sich uns. „Um ehrlich zu sein, hätte ich ihn mir ein wenig größer vorgestellt.“, platzt es aus mir heraus. „Schaue nach oben“, antwortet Heather schnell. „Oh“…

Auf den ersten Blick hatte ich nur den unteren Teil des Wasserfalls erblickt, der von unten die Sicht auf den weitaus größeren Teil versperrt. Erstaunt schaue ich auf und bewundere die Wassermassen, die sich nach und nach über den Abgrund schieben und in den freien Fall begeben. Zufrieden setzen wir uns kurz, und Paul und ich erkunden die Umgebung. Leider verbirgt sich hinter dem Wasserfall keine Höhle mit einem Schatz, was unsere Freude, endlich an unserem Ziel angekommen zu sein, jedoch nicht schmälert.  

Für mehr Bilder von unserer kleinen Wanderung schaue doch bei meiner Galerie vorbei!  

Across the States – Photostory

Es ist Spring Break! Begeistert verabschieden sich tausende Schüler Michigans in die Ferien. Auch wir machen uns auf eine Reise. Während Christian zuhause schon die ersten Baseball Spiele hat, nehmen mich Paul und Heather mit nach Gatlinburg, Tennessee, in den Great Smoky Mountains.

Ich habe unsere Reise mit ein paar unscharfen Handybildern festgehalten.

Einmal angekommen, ist der Ausblick fantastisch, und schnell beschließen wir, eine kleine Wanderung zu unternehmen…


Freue dich in den nächsten Tagen auf weitere Abenteuer in den Great Smoky Mountains. Um nichts zu verpassen, trage dich im Menü doch in meinen Newsletter ein, oder folge mir auf Instagram!

Die Bezwingung des Diamond Head

Ich bin der erste unserer Gruppe, der in den Bus einsteigt. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen, greifen wir heute auf den öffentlichen Bus zurück, der uns von unserem Hotel am Waikiki Beach zu unserem heutigen Abenteuer bringt. Unser Ziel heute liegt ganz oben, über den Dächern Honolulus. Wir wollen den Diamond Head bezwingen, den ikonischen Krater, der von weitem aussieht wie ein Wahl. Das finden zumindest wir. Mit mir an der Spitze, füllen wir etwa den halben Bus aus. Ich sitze fast ganz vorne. Außer uns sind vor allem Studenten und junge Leute im Bus. Neben mir sitzt ein Pärchen, das vermutlich gerade joggen geht, am Buseingang hat sich junger Mann hingestellt. 

Nach etwa einer halben Stunde Fahrt hält der Linienbus an einem mittelgroßen Busparkplatz. Bereits jetzt befinden wir uns über den meisten Häusern der Hauptstadt. Trotzdem liegt noch ein langer Weg vor uns. Vom Parkplatz aus laufen wir an einer mittelmäßig befahrenen Straße lang, die uns den Berg hoch führt. Nach einer Weile mündet die Straße in einen Tunnel. Obwohl das Ende schon in Sicht ist, der Tunnel hat keine Kurven, ist es in der Mitte etwa so Dunkel wie im Raum, indem sich Donald Trump mit wissenschaftlichen Beratern trifft.

Johannes marschiert mutig voran in den geheimnisvollen Tunnel. Die Wände haben eine interessante Textur, sichtbar aus Lavagestein geformt. Wie fast alles auf den Inseln Hawaiis ist der Diamond Head Ergebnis eines oder mehrerer Vulkanausbrüche. Deshalb ist der riesige Krater auch geformt, wie ein riesiger Donut.

Eng drängen wir uns durch den schmalen Gehstreifen zwischen gelben Pfosten und Straße. Viel Platz bleibt uns nicht, um uns umzudrehen, und alle schauen ausschließlich nach vorne. „Sind wir schon bald oben?“, jammert eine Stimme hinter mir. „Wir laufen grade mal zehn Minuten“, antwortet eine andere Stimme. Beide Stimmen sind in der hallenden Tunnelumgebung nicht wieder zu erkennen. Vorsichtig streife ich mit meiner Hand am porösen Gestein.

Auf der anderen Seite angekommen laufen wir noch ein paar weitere hundert Meter. Immer wieder kommen uns Busse der „Green Line“ entgegen, die für Hawaii typischen, offenen Holzbusse. Während einige völlig überfüllt sind, bringen manche nur ein paar wenige Passagiere mit sich.

Schon jetzt ist neben uns ein steiler Abhang, doch wir können fast über die ganze Stadt, bis zum Strand, blicken.

Nach etwa zehn weiteren Minuten Laufen sind wir an einem weiteren Parkplatz angekommen. Während wir uns fragen, warum wir nicht einfach hierher gefahren wurden, entdecken Leonie und Liv den Souvenirladen. Hinter uns entdeckt Johannes einen roten Wagen, aus dem ein paar Einheimische frische Kokosnüsse verkaufen. Wie aus einem Becher, kann man mit einem Strohalm die Nuss austrinken. Nach dem selben Schema kann man auch eine Ananas erwerben, dessen Fruchtfleisch ausgehöhlt und zu einem Smoothie verarbeitet wurde. Außerdem gibt es das typisch hawaiianische „Shave Ice“. Dazu wird erst geschmackloses Eis zu einer Kugel geformt, und dann, je nach Wunsch, mit einem Sirup ein Geschmack gegeben.

Ich entscheide mich, mit einer Erfrischung bis nach dem Anstieg zu warten, frei nach dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Während alle entweder ein Eis essen, oder aus einer frischen Kokosnuss trinken, beginne ich meine deutschheit zu bereuen. „Immerhin brauche ich nichts zu tragen“, rede ich mir ein.

Der Weg zur Bergspitze beginnt erst vergleichsweise flach. Idyllisch führt der Pfad aus Beton durch die von nur wenig Bäumen und hohem Gras gezeichnete Steppe Hawaiis. Die Sonne brennt vom Himmel wie ein Todesstern Laser, nach jedem dritten Schritt wische ich mir Schweiß von der Stirn.

Mit der Zeit wird der Weg nicht nur schmaler, sondern auch steiler. Erst jetzt merke ich, wie außer Form ich eigentlich bin. Wo ich früher fünfstündige Tennis Matches gespielt habe, kämpfe ich nun bei der Erklimmung dieses Berges

Trotzdem ist es die Anstrengung jetzt schon wert. Die Aussicht von hier oben ist gigantisch. Verzaubert von den grünen Gipfeln der Insel bleibe ich kurz stehen, um tief ein- und auszuatmen. Weiter setze ich einen Fuß vor den anderen, mich langsam aber sicher dem Gipfel entgegenarbeitend.

Der Weg schlägt eine scharfe Kurve vor uns. Dazwischen ist ein felsiger Hang, den ein Kleinkind zu bezwingen versucht. Sichtlich verzweifelt und überfordert, versucht die Mutter, das Kind wieder auf den Boden zu bringen. Sie scheitert.

Das Baby kommt vor uns auf der zweiten Etage an. „Mann, wir sind langsamer als ein Baby!“, scherzelt Felix. Wir lachen laut. Die Mutter nimmt glücklich ihr Kind in den Arm, das durch ein kleines Loch im Zaun geklettert ist.

Geschätzte fünfzig Höhenmeter trennen uns noch vom Gipfel. So langsam werden wir langsamer. Das ist nicht einmal durch unsere Müdigkeit verursacht, sondern durch die Menschenmassen, die sich inzwischen über den schmalen Weg zum Gipfel, und wieder herunter schieben. „Der Diamond Head entpuppt sich ja als richtiger Geheimtipp“, sind die Mädchen am lachen. „Ich mag es immer, wenn schöne Regionen noch nicht so touristisch erschlossen sind…“ füge ich noch hinzu, völlig außer Atem.

Der Weg unter uns verwandelt sich in Stufen, dann wieder in einen staubigen Weg, dann wieder zurück zu Treppen. Die weißen T-Shirts der unzähligen Menschen auf der Treppe vor uns scheinen hell in den Tag und geben uns den Weg vor, wie Brotkrümel Hänsel und Gretel.

Die lange Treppe auf dem Bild führt in einen letzten kleinen Tunnel, in dessen Schatten wir noch einmal Kraft tanken.

Die kleine Plattform auf dem Gipfel ist bereits in Sicht, von ihr trennt uns nur noch eine metallerne Treppe. Ein wenig unheimlich ist es, und nicht für schwache nerven, durch das Gitter der Treppe kann man ein paar Meter auf steilen Abhang blicken. Ich halte mich um so besser am Geländer fest. Oben gekommen sind wir zwar außer Atem, aber überglücklich, es geschafft zu haben.

Wieder sind wir von der Aussicht mitgerissen. Mit einem Blick kann ich über die ganze Insel schauen. Von den Wolkenkratzern Honolulus, bis zum Waikiki Beach und unserem Hotel. Auch den Flughafen kann ich erahnen.

Hier oben stelle ich mich an das Geländer und kann nicht genug Fotos schießen. Ein paar Leute neben mir breiten ihre Arme aus und schließen ihre Augen. Warum, frage ich mich. Schließlich kann man so die Aussicht garnicht genießen.

Etwa 19826 Fotos, oder einer Dreiviertelstunde später, ist unsere Zeit zu Ende, und wir müssen uns auf den Weg nach unten zu machen, um den Bus zurück nicht zu verpassen. Obwohl der Weg nach unten der gleiche ist, kommt mir der Weg irgendwie anders vor. Vielleicht ist das dadurch bedingt, dass wir nach unten nur etwa die Hälfte der Zeit benötigen.

Unten angekommen löse ich endlich mein Versprechen ein, das ich mir selbst gegeben hatte…


Wenn dir mein Kampf mit dem legendären Diamond Head gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du meinen Blog im Menü abonnierst. Werde als erstes über neue Beiträge und Aktivitäten hier informiert!

Die Sache mit dem Schnorcheln…

„Heute bin ich mal anders“, dachte ich mir so. Mit einer Schüssel Cornflakes mit Milch und Ananas in der Hand setze ich mich an den einzigen Tisch, der noch Frei ist auf dem kleinen Platz neben dem Pool. Wenig später kommen alle anderen dazu. Zusammen sitzen wir im Kreis und besprechen, was heute passiert. Wir gehen Schnorcheln, so der Plan. Dazu gehen wir in die „Hanauma Bay“, eine Bucht mit Korallenriff. Zwischen tausend Korallen sind außerdem Fische, die es zum Teil nur in dieser Bucht gibt. Ein wahres Paradies.  

Inzwischen habe ich meine Cornflakes aufgegessen. Ich bin der letze der heute vom Tisch aufsteht und in die Hotellobby geht. Im Aufzug stelle ich mir schon ein wenig vor, wie es sein wird, zwischen tausend Fischen, Korallen und Schildkröten zu schnorcheln. Ich habe zwar noch nie geschnorchelt, trotzdem freue ich mich schon!  

Die Tür des Aufzugs geht auf und ich sehe mich einer ganzen Horde von Menschen entgegen, die in der Lobby warten. Wir teilen uns in kleinere Gruppen on neun auf, die in kleineren Shuttles nach Hanauma gebracht werden. Schnell formen wir eine Gruppe. Leonie, Katja, Liv und wir Jungs, Felix, Johannes und ich. Außerdem stoßen noch Johanna und Vera aus Schweden dazu. Mit einem breiten Lachen steigen beide ein, bereit für ein Unterwasserabenteuer. Der letzte im Bunde ist Diego, aus Madrid, Spanien. Er hat ein Real Madrid Shirt an und begrüßt mich mit Ghettofaust. Dann geht die Reise los. Alle zusammen fahren wir etwa eine halbe Stunde, bis wir die Bucht unseres Vertrauens gefunden haben.  

Unser Fahrer reißt die Tür auf und springt aus dem Wagen. Wir zucken kurz. Bevor ich mich versehe, finde ich mich am Kofferraum des Wagens wieder und bekomme eine Taucherbrille, Schnorchel, und Flossen in die Hand gedrückt. Bevor wir den wunderschönen Strand der Bucht betreten dürfen, werden wir von einem älteren Mann mit flacher Stimme gebeten, in ein kleines Theater einzutreten. Bedächtige klärt er uns über die Vielfalt von Fischen und Pflanzen auf, die diese bucht einzigartig machen. Dann schauen wir ein kurzes Sicherheitsvideo. Zur Erhaltung der Bucht dürfen wir nichts Anfassen und müssen ein paar Stellen besonders meiden. Außerdem gibt es Stromschnellen.  

Der Weg runter zum Strand von der Bergkette, die die Bucht umrundet, ist lang. Für mich, der seit einiger Zeit schon keinen richtigen Sport mehr gemacht hat, ist es eine kleine Erleichterung, endlich unten angekommen zu sein. Wir neun sind die ersten, die unten angekommen sind, und bereiten unsere Ausrüstung vor. Der lange Schnorchel hackt sich in ein Band mit der Brille ein, die Flossen kommen (Überraschung!) an die Füße.  

Gerade sind wir alle im Wasser angekommen, da passiert es dann. Plötzlich werden wir nicht nur von unten, sondern auch von oben nass. Das hawaiianische Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung.  

Nach dem kleinen Schauer geben wir der Sache einen zweiten Anlauf. Obwohl der Himmel noch immer zugezogen ist, und die Wasseroberfläche dunkel, steige ich in meine Flossen und ziehe mir die Brille über den Kopf.

Was ich dabei nicht bedenke ist, das die schwere Taucherbrille auch meine Nase abdeckt. Also schnappe ich einige Sekunden ungeschickt nach Luft, bis ich bemerke, das ich ja auch durch den Mund atmen kann. Besonders angenehm war es für mich nie, durch den Mund zu atmen, und der Schnorchel erscheint für mich eher wie ein Handicap. Trotzdem geb ich meiner Ausrüstung eine Chance und schwimme mit Schnorchel im Mund raus in die offene Bucht. Neben sehr vielen grauen Korallen sehe ich ein paar Fische. Der größte Fisch den ich heute ist blau und etwa so groß wie meine Hand. Alle sind völlig aufgeregt, doch bei mir bleibt die Euphorie irgendwie aus. Mehr bin ich damit beschäftigt, nach Luft zu ringen, als die Fische zu beobachten. Ich habe fast ein wenig Angst. In der Hoffnung, die Situation ein bisschen zu verbessern, entscheide ich mich dazu, meinen Schnorchel an Land zu lassen, und nur mit meiner Taucherbrille zu tauchen. Obwohl es ein weniger einfacher ist, fühle ich mich immer noch beengt.  

Nach kurzer Zeit gebe ich entnervt auf und geselle mich zu ein paar anderen Verzweifelten an den Strand. Naja, ich kann immerhin sagen, ich habe es versucht.  


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Die perfekte Welle

Wieder war es einer dieser Tage, an denen man viel zu früh aufstehen muss. „Warum nur?“ Flucht Felix, der neben es sich neben mir im Bett gemütlich gemacht hat, und jetzt aufsteht. „Weil wir Hawaii erleben wollen. Dazu müssen manchmal Opfer gebracht werden.“, antworte ich nicht nur ungefragt sondern auch übermotiviert.

Schon das zweite Mal wache ich in unserem Hotelzimmer auf, das sich Felix und ich noch mit Pauli und Thomas aus Finnland teilen. Das zweite Mal schon sehe ich der hawaiianischen Sonne beim aufgehen zu und genieße den Vibe der Tropeninseln.

Diesen Morgen bleibt uns jedoch nicht all zu viel Zeit, um das Aufwachen im Paradies zu zelebrieren, denn schon um 6:30 verlassen wir heute mit unserer Reisegruppe das Hotel. Während Felix also schon unter der Dusche steht rolle ich mich rollmopsartig aus dem Bett heraus.

Wenig später treffen sich Felix und ich wieder unten beim Frühstück wieder. Inzwischen ist es schon etwa zwanzig nach sechs, also schmiere ich mir in feinster deutscher Manier nur zwei Toasts, um sie, in Servietten eingerollt, mit auf die etwa einstündige Busfahrt nehmen zu können.

Bevor wir allerdings den Reisebus betreten, treffen uns Felix und ich mit Katja und Leonie in der Hotellobby. Viel Zeit für Smalltalk bleibt nicht, denn wir werden von unserer Reiseleiterin nach wenigen Minuten aufgefordert in den inzwischen auf die kleine Hotelvorfahrt eingefahrenen Bus zu steigen. Quietschgelb steht er da, mit grünen Palmenblättern. Aus der Vordertür dröhnt uns laute Musik entgegen und der etwa 50-Jährige Busfahrer begrüsst uns mit einem braunen Grinsen. „Aloha!“, ruft er uns zu, als würden wir auf der anderen Seite einer sehr tiefen Schlucht stehen. Von uns vieren betrete ich als erstes den Bus und halte einen Platz neben mir für Felix frei. Katja und Leonie setzen sich neben uns. Hinter uns setzt sich Johannes, aus den USA. Johannes Mutter kommt aus Schleswig-Holsteinischen, weshalb Johannes ein wenig deutsch kann. Trotzdem reden wir, zur Integration die meiste Zeit Englisch.

Ed, der Busfahrer, ergreift das Mikrofon und leitet uns in die heutige Tour, und was wir alles vor uns haben. Ich bin aufgeregt. Neben einem Busfahrer und Durchsagenmacher ist Ed allerdings auch unser Tourguide, zumindest im Bus. Ein Job, den Ed mit großer Freude ausübt. Kaum sind wir aus dem dichten Verkehr Honolulus ausgebrochen, fängt er an, uns von ein paar besonderen Stränden zu erzählen, an denen der Highway, auf dem wir fahren, vorbeiführt. Gerade für uns angehende Surfer gibt Ed schon ein paar wichtige Hinweise. Naja, um genau zu sein, nur einen.

Nicht runterfallen.

Nach einer guten Stunde Fahrt sind wir an unserem heutigen Strand angekommen. Im Norden der Insel gelegen, sind die Wellen hier in Waialua genau optimal zum Üben.

Ich laufe also zum Ende des kleinen Parkplatzes, auf dem der Bus gehalten ist, um einen Blick auf das Meer zu erhaschen. Was sich mir eröffnet ist nicht nur ein Strand… sondern ein Statement! Bevor ich hierher gekommen war, hatte ich es als Klischee angenommen, das absolut jeder Strand wunderschön ist, doch falsch.

Ein wenig aufgeregt marschieren wir der Gruppe von Austauschschülern hinterher. 100m weiter am Strand finden wir zu einem kleinen Pavillon mit der Aufschrift „buttonsurfschool“. Weiter unten Richtung Wasser ist eine Reihe von Surfbrettern aufgestellt, die alle Richtung Wasser zeigen.

Wir werden von einem Mann mit langen Haaren mit bunter Schminke im Gesicht begrüßt. In der Hand trägt er einen sehr kleinen Hund. Sofort ist die Aufmerksamkeit aller Mädchen verloren. Dementsprechend sind es die Jungs, die als erstes ein dünnes T-Shirt aus Neopren bekommen, um die Haut vor dem harten Wasser zu schützen, für die sehr unwahrscheinliche Situation, dass man vom Brett fällt.

Der im Gesicht bunt angemalte Mann, der ein wenig wie ein Ureinwohner aussieht, bringt uns die ersten drei Schritte, die ein jeder Surfer braucht, um auf die Welle zu kommen, bei. Die Ausgangsposition ist im Liegen. Wie Käfer, die auf den Rücken gefallen sind paddeln wir also als erstes im Sand, auf unseren Brettern liegend. Als nächstes, wenn die Welle in Sicht ist, ziehen wir beide Beine zur Mitte des Bretts, sodass wir auf den Knien sitzen und Stabilität gefunden haben. Der dritte, und wohl schwierigste Schritt ist es, aufzustehen und nicht wieder um zu fallen.

„Jetzt könnt ihr surfen“, witzelt der Mann und gibt uns zu erkennen, das jetzt endlich alle ins Wasser dürfen. Kurz vor unserem Strand bilden wir eine Reihe, auf unseren Surfbrettern liegend. Einer nach dem anderen werden wir aufgerufen, weiter heraus zu paddeln, wo ein weiterer Instructor und ein paar Trainer auf uns warten. Vermutlich habe ich ausgesehen, wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal Rad fährt, denn die Frau, die mich vorhin aufgerufen hat, lacht kurz, als ich weg in Richtung Ozean paddle.

Ein wenig weiter draußen im Ozean klammere ich mich auf meinem Brett fest, wie ein kleines Äffchen. Kaum zu glauben, dass ich den untrennbaren Packt zwischen mir und dem Brett gleich auflösen muss, um aufzustehen. Das Brett und ich hatten uns wohl einfach auseinandergelebt…

Noch ein letzter Trainer gibt mir Anweisungen, als ich mich ihm mit meinem wilden Gepaddel nähere. „Dreh das Brett um, sodass du zum Strand blickst.“ Dann kommt die Welle, meine Welle. Schon von bisschen weiter weg, kann ich ahnen, dass dies die Welle ist, die ich nehmen werde. Ich mache mich mental bereit und stelle mich darauf ein, jetzt zum Strand zurück getragen zu werden. Von der Welle. Ich erinnere mich an die drei Schritte. Ich fange an zu paddeln, schneller, schneller und immer schneller, bis ich die Welle in meinem Rücken habe. Ich fühle, wie mich die Welle greift und mich auf meinem Brett mitzieht. Automatisch versuche ich aufzustehen. Schritt eins, zwei, zwei-einhalb…

Plums. Bevor ich mich versehe, finde ich mich unter Wasser wieder. Mein erster Surfversuch endet sehr schnell, also reihe ich mich wieder ein in die Schlange von Surfbrettern vor der Küste.

Nachdem mein zweiter Versuch ähnlich verläuft wie mein erster, will ich nun, mit meinem dritten Versuch erst Recht aufs Brett schaffen. Wieder paddle ich heraus auf den Ozean und bin schnell bei einem der vielen Trainer im Wasser angekommen, die einem auf die Welle helfen. Mein neuer Helfer gibt mir noch einmal zusätzliches Vertrauen mit einem netten Gespräch. Quengelig wie ein kleines Kind frage ich immer wieder: „Kann ich die Welle nehmen?“. Er antwortet nur: „Nein, die ist nicht ganz optimal. Die Kunst des Surfens ist es nicht, auf das Brett zu kommen und irgendwelche Tricks zu machen. Es geht darum, die perfekte Welle zu erkennen und sie dann auszunutzen.“ Einige Minuten warten später ist es dann soweit. Ich höre eine hohe Welle brechen, genau hinter mir. Auch mein Instructor ist euphorisch. „Jetzt oder nie!“, schreit er. Also fange ich an mit der Welle zu paddeln, um dann, genau an der richtigen Position (siehe Schritt 1 bis 3) aufzustehen. Und ich stehe! Ich stehe und surfe!

Ich kann es kaum fassen. Wie in einem Hollywoodfilm fühle ich mich, Zac Efron kann sich warm anziehen. Fast 20 Sekunden schaffe ich es, mein Gewicht zu halten, bevor ich umfalle und ins Wasser plumpse.

Noch ein paar weitere Male schaffe ich es, die perfekte Welle abzuwarten und zu surfen, bevor ich, ein wenig stolz an den Strand zurück trotte. Es ist Zeit, sich von meinem Surfstrand zu verabschieden. Der Strand mit der perfekten Welle!


Ich habe die Welle erwischt, noch immer bin ich ein wenig stolz. Damit in Zukunft auch du keine Welle mehr verpasst, hinterlasse mir doch deine E-Mail oder folge mir auf Instagram! Aloha!