Die Sache mit dem Schnorcheln…

„Heute bin ich mal anders“, dachte ich mir so. Mit einer Schüssel Cornflakes mit Milch und Ananas in der Hand setze ich mich an den einzigen Tisch, der noch Frei ist auf dem kleinen Platz neben dem Pool. Wenig später kommen alle anderen dazu. Zusammen sitzen wir im Kreis und besprechen, was heute passiert. Wir gehen Schnorcheln, so der Plan. Dazu gehen wir in die „Hanauma Bay“, eine Bucht mit Korallenriff. Zwischen tausend Korallen sind außerdem Fische, die es zum Teil nur in dieser Bucht gibt. Ein wahres Paradies.  

Inzwischen habe ich meine Cornflakes aufgegessen. Ich bin der letze der heute vom Tisch aufsteht und in die Hotellobby geht. Im Aufzug stelle ich mir schon ein wenig vor, wie es sein wird, zwischen tausend Fischen, Korallen und Schildkröten zu schnorcheln. Ich habe zwar noch nie geschnorchelt, trotzdem freue ich mich schon!  

Die Tür des Aufzugs geht auf und ich sehe mich einer ganzen Horde von Menschen entgegen, die in der Lobby warten. Wir teilen uns in kleinere Gruppen on neun auf, die in kleineren Shuttles nach Hanauma gebracht werden. Schnell formen wir eine Gruppe. Leonie, Katja, Liv und wir Jungs, Felix, Johannes und ich. Außerdem stoßen noch Johanna und Vera aus Schweden dazu. Mit einem breiten Lachen steigen beide ein, bereit für ein Unterwasserabenteuer. Der letzte im Bunde ist Diego, aus Madrid, Spanien. Er hat ein Real Madrid Shirt an und begrüßt mich mit Ghettofaust. Dann geht die Reise los. Alle zusammen fahren wir etwa eine halbe Stunde, bis wir die Bucht unseres Vertrauens gefunden haben.  

Unser Fahrer reißt die Tür auf und springt aus dem Wagen. Wir zucken kurz. Bevor ich mich versehe, finde ich mich am Kofferraum des Wagens wieder und bekomme eine Taucherbrille, Schnorchel, und Flossen in die Hand gedrückt. Bevor wir den wunderschönen Strand der Bucht betreten dürfen, werden wir von einem älteren Mann mit flacher Stimme gebeten, in ein kleines Theater einzutreten. Bedächtige klärt er uns über die Vielfalt von Fischen und Pflanzen auf, die diese bucht einzigartig machen. Dann schauen wir ein kurzes Sicherheitsvideo. Zur Erhaltung der Bucht dürfen wir nichts Anfassen und müssen ein paar Stellen besonders meiden. Außerdem gibt es Stromschnellen.  

Der Weg runter zum Strand von der Bergkette, die die Bucht umrundet, ist lang. Für mich, der seit einiger Zeit schon keinen richtigen Sport mehr gemacht hat, ist es eine kleine Erleichterung, endlich unten angekommen zu sein. Wir neun sind die ersten, die unten angekommen sind, und bereiten unsere Ausrüstung vor. Der lange Schnorchel hackt sich in ein Band mit der Brille ein, die Flossen kommen (Überraschung!) an die Füße.  

Gerade sind wir alle im Wasser angekommen, da passiert es dann. Plötzlich werden wir nicht nur von unten, sondern auch von oben nass. Das hawaiianische Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung.  

Nach dem kleinen Schauer geben wir der Sache einen zweiten Anlauf. Obwohl der Himmel noch immer zugezogen ist, und die Wasseroberfläche dunkel, steige ich in meine Flossen und ziehe mir die Brille über den Kopf.

Was ich dabei nicht bedenke ist, das die schwere Taucherbrille auch meine Nase abdeckt. Also schnappe ich einige Sekunden ungeschickt nach Luft, bis ich bemerke, das ich ja auch durch den Mund atmen kann. Besonders angenehm war es für mich nie, durch den Mund zu atmen, und der Schnorchel erscheint für mich eher wie ein Handicap. Trotzdem geb ich meiner Ausrüstung eine Chance und schwimme mit Schnorchel im Mund raus in die offene Bucht. Neben sehr vielen grauen Korallen sehe ich ein paar Fische. Der größte Fisch den ich heute ist blau und etwa so groß wie meine Hand. Alle sind völlig aufgeregt, doch bei mir bleibt die Euphorie irgendwie aus. Mehr bin ich damit beschäftigt, nach Luft zu ringen, als die Fische zu beobachten. Ich habe fast ein wenig Angst. In der Hoffnung, die Situation ein bisschen zu verbessern, entscheide ich mich dazu, meinen Schnorchel an Land zu lassen, und nur mit meiner Taucherbrille zu tauchen. Obwohl es ein weniger einfacher ist, fühle ich mich immer noch beengt.  

Nach kurzer Zeit gebe ich entnervt auf und geselle mich zu ein paar anderen Verzweifelten an den Strand. Naja, ich kann immerhin sagen, ich habe es versucht.  


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Ein Kommentar zu „Die Sache mit dem Schnorcheln…

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